Medienmitteilung
Qualität statt Quantität – den Erfolgsweg der Schweizer Landwirtschaft sichern
Mit der fortschreitenden Erarbeitung der Agrarpolitik 2030+ werden im Jahr 2026 die Weichen für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft gestellt. Die Agrarallianz fordert, den eingeschlagenen Qualitätsweg konsequent weiterzuführen: standortangepasste Produktion, Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und hohe Innovationsfähigkeit sind die Pfeiler einer zukunftsgerichteten Agrarpolitik. Zu Jahresbeginn zieht die Agrarallianz eine Zwischenbilanz und veröffentlicht konkrete Vorschläge zur sozialen Dimension.
Nur eine insgesamt nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft stärkt die Branche für die Zukunft. Die mit der AP 2030+ angestrebte Vereinfachung der Agrarpolitik ist richtig, darf aber nicht auf Kosten einer umwelt-, klima- und tierwohlfreundlichen Landwirtschaft gehen. Die Agrarallianz warnt davor, die Herausforderungen in diesen Bereichen zu vernachlässigen und sich auf Erreichtem auszuruhen.
Zum Einkommen der Betriebe tragen sowohl die Lebensmittelproduktion als auch gemeinwirtschaftliche Leistungen bei – beide Pfeiler sind wichtig. «Es muss sich für Betriebe lohnen, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu produzieren und gleichzeitig Biodiversität, Klima und Tierwohl zu fördern», betont Jonas Schälle, Co-Präsident Agrarallianz. «Die AP 2030+ muss dafür die Grundlage mit entsprechenden Anreizen schaffen.»
Stärkung einer standortangepassten, ressourcenschonenden Landwirtschaft
Die Agrarallianz plädiert für eine konsequente Förderung der standortangepassten Landwirtschaft über die gesamte Wertschöpfungskette. Konkret bedeutet dies die Stärkung einer grasland- und weidebasierten Rindviehhaltung, die Reduktion der feed-food competition bei bestehenden Direktzahlungen und Marktzulagen sowie die Stärkung der pflanzlichen Kulturen zur direkten menschlichen Ernährung auf der Konsumseite. Diesbezüglich fehlt bisher ein kohärentes Massnahmenpaket von der Produktion bis zum Konsum in den Arbeiten zur AP 2030+.
«Wir müssen die Hebel auf der Konsumseite nutzen, damit die Betriebe das mit der Agrarpolitik gesetzte Ziel einer ressourcenschonenden, standortgerechten Produktion erreichen können», sagt Barbara Küttel, Co-Präsidentin Agrarallianz. Sie ergänzt: «Beispiele dafür sind die Förderung robuster Sorten oder des Tierwohls via Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel.»
Die soziale Dimension als Basis für eine nachhaltige Landwirtschaft
Mit dem letzten Positionspapier zur AP 2030+ rückt die Agrarallianz die soziale Dimension der Agrarpolitik in den Fokus – etwa die Strukturverbesserungen. Oft verschulden sich Landwirtinnen und Landwirte durch grosse Bauvorhaben. Die Schweizer Landwirtschaft ist so hoch verschuldet wie kaum eine andere in Europa. Neubauten sollen künftig so geplant werden, dass soziale Aspekte wie die Arbeitsbelastung, aber auch weitere Nachhaltigkeitsfaktoren wie Klimafreundlichkeit und Tierwohl stärker berücksichtigt werden. Auch hier gilt: Qualität vor Quantität.
Weitere Stellschrauben sieht die Agrarallianz bei einem erleichterten Einstieg in die Landwirtschaft für die nächste Generation, etwa durch die gezielte Förderung ausserfamiliärer Hofübergaben, und der Umsetzung der Vorschläge der Bäuerinnen und Landfrauen SBLV zu Gleichstellung, fairer Entlöhnung familieneigener Arbeitskräfte und sozialer Absicherung.
Für Rückfragen:
- Barbara Küttel, Co-Präsidentin, Bio Suisse, T 076 392 19 81, barbara.kuettel@bio-suisse.ch
- Jonas Schälle, Co-Präsident, BirdLife, T 044 457 70 26, jonas.schaelle@birdlife.ch
Positionspapiere der Agrarallianz zur AP 2030+
Mit dem Positionspapier zur sozialen Dimension der Agrarpolitik vervollständigt die Agrarallianz ihre Vorschläge zur AP 2030+. Die insgesamt sechs Papiere schlagen konkrete Massnahmen und Instrumente auf Produktions- und Konsumseite für die Agrarpolitik 2030+ vor. Der gemeinsame Nenner: Die Qualitätsstrategie muss weiter gestärkt werden, damit die Schweizer Landwirtschaft konkurrenzfähig bleibt. Konkret bedeutet dies die Produktion hochwertiger Lebensmittel mit Mehrwert für Biodiversität, Klima und Tierwohl.
Mehr Informationen unter www.agrarallianz.ch/thema/agrarpolitik-2030/